Montag, 24. April 2017

Salzburg - Sonntag

Nach einer etwas besseren Nacht als der ersten - für mich. Ich schlafe leider in der ersten Nacht in einem fremden Bett so gut wie nie - Richtung Frühstück gerollt. Diesmal sind wir brav vor 10:30 gegangen. Um 11:00 war Check-Out. Fertig gemacht, alles eingepackt, Köfferchen zur Rezeption gerollt, gezahlt, Köfferchen dort gelassen und wieder Richtung Stadt getrollt.



Der Plan war - diesmal hatten wir einen - die Festung Hohensalzburg zu besuchen. Ich war das letzte Mal vor 14 Jahren dort. Es schadet mir sicher nicht, nochmal rein zu gehen. Und Sabine kannte sie gar nicht. Ein bissl Kultur muss sein. Aber immer mit der Ruhe, wir haben keinen Stress, sondern Urlaub.
Vorher wandern wir noch ein bisschen durch den Altstadtkern, der tw noch sehr mittelalterlich anmutet. Das erkennt man daran, dass die Häuser eher hoch, denn breit sind (für Breite war kaum Platz, noch oben konnte man ausweichen) und die Gassen eher schmal und leicht kurvig/gebogen sind. Das war Absicht, dadurch konnte keine Armee ungehindert durch die Gassen stürmen.

Bei der Festungsbahn angekommen, überlegen wir kurz, ob wir die günstigeren (aber dennoch teuren) oder die teureren Karten nehmen. Beide Tickets gelten für Auf- und Abfahrt und Eintritt in die Festung. Allerdings sind bei den teureren die Fürstenzimmer dabei. Wenn man halt nicht genau weiß, worum es sich bei den Fürstenzimmer handelt und an so etwas wie die kaiserlichen Gemächer in Schönbrunn denkt (ich möchte jetzt nicht behaupten, dass eine von uns so gedacht hat), dann entschließt man sich eventuell zu den günstigeren Karten, weil... naja... eben deshalb.
Also in der Schlange angestellt - es ging eh recht flott - und beim Schalter "zwei Mal um 12,30" gesagt und ein ein trockenes "es ist aber schon nach eins" geerntet. Ich gebe zu, der hat gedauert bei mir. Dafür haben sich Sabine und der Typ hinterm Schalter köstlich darüber amüsiert.
Danach werden alle in die Kabinen gestopft. Und aufwärts geht's. Auf halbem Wege auf den Gegenverkehr warten und Zu- und Aussteigende aufnehmen, bzw. ausspucken. Dann geht's weiter rauf. Das dauert im Ganzen eine knappe Minute.
Oben angekommen einmal kurz orientiert und dann in der nächsten Schlange zur "Audioguide Tour" angestellt. Das ist im Ticket inkludiert. Die nächste Tour startet in 5 Minuten. Lange 5 Minuten. Dazwischen nochmal kurz geschaut, ob es nicht irgendwo anders weiter geht, aber nein, das war der Punkt. Endlich ist jemand da, der Audioguides austeilt und die Leute in einen Gang scheucht. 

Und dann geht's rasch durch Zimmer und Gänge und Zimmer und noch mehr Gänge und man bekommt per Audioguide was von der Geschichte der Festung erzählt (so man rechtzeitig den richtigen Knopf drückt) und dann geht's auf den Turm, darf die Aussicht genießen, ein paar Fotos schießen, bevor es wieder runter geht und beim Salzburger Stier endet - der übrigens nix mit dem Energy Drink zu tun hat, wie Sabine vermutet, sondern eine Orgel aus dem 15 Jhdt. ist. Dort gibt man den Guide wieder ab und wird hinaus gescheucht.
Ich hab mir ja bei einer Audioguide Tour vorgestellt, dass man im eigenen Tempo durchgehen kann, aber dem ist leider nicht so. Die Tour ist ok, aber nicht notwendig. Da sie aber im Ticket inkludiert war...

Wir gehen in die Sonne. Dann in den Shop. Langweilig. Wir schlendern weiter durch die Festung und landen im Marionetten-Museum, das irgendwie sehr gruselig ist. Sabine amüsiert sich köstlich.
Weiter und wir landen am Schalter vor den Fürstenzimmern. Wir stellen uns die Frage "hinein oder nicht hinein" während wir dem Ticketeur die Frage stellen, ob man drin fotografieren darf. Man darf. Also beschließen wir, das Ticket (das ja nicht in unserem Ticket enthalten war) zu kaufen. Zuerst bekommt man im Magischen Theater, in einer mechanisch-multimedialen Show wieder etwas von der Geschichte der Festung erzählt. Dazu nimmt man den Kopfhörer, der magnetisch an einer Säule hängt und wählt die gewünschte Sprache. Vor einem ist eine Kombination aus mechanischen Figuren, Leinwand und Effekten. Es ist wirklich süß gemacht und informativ. 

Dann gehen wir in das erste Zimmer und... wow. Sabine und ich ziehen überrascht die Luft ein und schon hocken wir in den Ecken des Zimmers und fotografieren drauf los. Da gibt es Kassettendecken in Lapislazuli-Blau mit goldenen "Sternen", Trambalken mit einer Spannweite von 20m, Holzschnitzwerke, einen Email-Kachelofen und Medienstationen mit Touchscreen, von denen ich mir die Hintergrundinfos geben lasse, mit denen ich Sabine später versorge, die unaufhörlich fotografiert. Dort sollten wir die meiste Zeit verbringen. Weil es sich einfach auszahlt. Auch, wenn ich zweimal den Alarm auslöse, weil mein Rucksack drüber hängt oder mein Arm zu weit ausgestreckt ist. Was soll's. Der Alarm geht dort öfter los. U.a. auch wegen unerzogenen Fratzen, die vor den Augen ihrer Eltern, einfach über die Alarmgrenze steigen. (Falls ihr fragen wolltet: ja, genau. Die Eltern haben nix gemacht oder gesagt. Offenbar gibt man die Erziehung in dem Fall am Ticketschalter ab). Bäääm, das gibt wieder Ärger mit sämtlichen Eltern...

Übrigens: wer demnächst mal auf die Festung will: nehmt das teure Ticket. Die Fürstenzimmer zahlen sich aus!

Wir wandern weiter durch ein paar Räume mit heeresgeschichtlichen Ausstellungen, vorbei an ein paar romanischen Überbleibseln und empfinden ein zartes Hüngerchen bzw. ziemlichen Durst. Ein Platz an der Sonne im Terrassencafe ist unser, sowie ein Bier und Spaghetti für Sabine, ein Radler und ein Brezel für mich. Laut Kellner ist erst in ein bis zwei Monaten wirklich so viel los, dass sich jeder auf die Füße steigt.

Wir beschließen, alles gesehen zu haben und machen uns an die Abfahrt. Unten angekommen, fallen wir noch in einen Shop der Konditorei Fürst ein, um für uns - und natürlich für andere als Mitbringsel - ein paar Original Salzburger Mozartkugeln (die blau-weißen), zu kaufen. Zurück ins Hotel, frisch machen, Köfferchen holen und doch nicht fragen, ab wie vielen Nächtigungen im Bad gewischt wird, weil mit uns noch ein Paar kommt, das sich ein paar Bier zapfen lässt. Da wollen wir uns auf keine Diskussion einlassen. Fließt das eben in meine Bewertung ein. Pech.

Also rollen wir Richtung Bahnhof - diesmal mit meinem Navi - und sind rechtzeitig genug da, damit ich noch in den bumvollen Spar hupfen kann. An einem Sonntag. Bummvoll. Aber wir brauchen ja keine Sonntags-Öffnungen. Während wir das noch diskutieren, steigen wir ein und dürfen die folgenden zweieinhalb Stunden an den Leben sämtlicher Mitreisender teilhaben. So ist die Dame rechts hinter uns Single und hofft auf Mann, Kind und Hund, "was halt so dazu gehört" (Oida!), das Mädel hinter uns beschwert sich bei ihrem Gesprächspartner (wir nehmen aufgrund des Inhalts einfach an, es handelt sich um einen Mann - wie sexistisch von uns), dass dieser nie was macht und alles sie machen muss. So muss sie noch heut Abend ein Rezept für Clemens schreiben, weil er (der Gesprächspartner), zwar dran denkt aber nie was macht. Alles muss sie machen. Und die zwei Mädels schräg vor uns okkupieren einen Vierersitz, weil sie zu schwach sind ihre Taschen woanders hin als auf einen Sitz zu legen (sag ich jetzt mal - wie sexistisch von mir) und um ihre Füße ebenfalls auf den Sitzen zu entlasten. Keiner der Zusteigenden traut sich, was zu sagen. Ich hätte, wäre nicht Sabine am Gangplatz gewesen und hätte darauf geachtet, dass es mir nicht möglich ist, meinen Fensterplatz zu verlassen. Sie kennt mich halt.

So überstehen wir - und die Mitfahrerinnen - doch noch die Zugfahrt und sind endlich in Wien. Auto holen, Sabine abladen, befinden, dass es ein feines Wochenende war und eventuell wiederholt wird. Vielleicht irgendwo... anders. Mal sehen wohin Sabines nächste Konferenz sie führt...




Salzburg - Teil1

Fotoalbum folgt!

Salzburg - Samstag

Die Sabine wurde auf eine Konferenz geschickt und dachte sich, sie hängt da Wochenende in Salzburg an. Da dachte ich, ich hänge mich auch an das Wochenende an. Und an die Sabine. Warum nicht mal wieder ein paar Tage im schönen Salzburg verbringen - Zur Abwechslung mal nicht zur Christkindlmarktzeit? Und warum nicht mit Sabine? Hat ja schon mal geklappt mit uns beiden. 

Sabine hatte schon ein "Hotel" gebucht, das durch eine wirklich tolle Lage bestach. Aber imho nur durch die tolle Lage. Ok, es war sehr günstig auch, aber ohne Frühstück und mit Gemeinschaftsbad. Also nicht nur für sie und mich. Für sie und mich und andere. Also hab ich gesucht. Natürlich ist Salzburg im Frühjahr fast ausgebucht. Im Winter auch. Und im Sommer. Vermutlich auch im Herbst. Aber ich hab doch noch was aufgetan: Goldenes Theater Hotel. 4Sterne, mit Frühstück - zwar nicht in der Altstadt, wie das Gemeinschaftsbadhotel aber auch nicht so weit von der Altstadt entfernt. Am Fuße des Kapuzinerbergs. (Was übrigens in weiterer Folge eine Art Running Gag werden sollte, da sich Sabine immer wieder bei mir vergewisserte, welcher der Berge nun welcher sei.)
Drüber gesprochen, gebucht, die anderen storniert und auf das Wochenende gewartet.

Freitag Abend wollten wir beide in Salzburg sein. Sabine etwas früher als ich. Fast hätte ich vergessen, Tickets für die Westbahn zu buchen. Doch noch dran gedacht. Reservierung brauche ich diesmal keine, letztes Mal waren ja auch so viele Plätze frei. Letztes Mal war allerdings im Winter 2014. Das hatte ich verdrängt. Fast keinen Sitzplatz bekommen, weil offenbar alle am Freitag Abend nach Linz oder Salzburg mit der Westbahn gondeln.
Schon in der Früh wurde von einem Kabelbrand in Linz berichtet, der mich tagsüber noch beschäftigen sollte, da Schienenersatzverkehr eingerichtet wurde und meine Ankunft in Salzburg sehr verzögern würde. Aber so ca. 2 Stunden bevor ich fahren wollte, war alles wieder repariert.
Trotzdem hat der Zug gleich mal 10min Verspätung und kommt 15min zu spät in Salzburg an. Im Zug einen Sitzplatz ergattert (ich gebe zu, mit ein bisschen Ellbogen- und Köffercheneinsatz). Neben mir ein junger Mann, der sich dafür entschuldigt, Nudeln mit echt stark riechendem Parmesan zu essen. Boah, hab ich Hunger.
So viele Menschen im Zug und trotzdem war die Hinfahrt weitaus leiser, als die Rückfahrt, aber dazu später. Kopfhörer rein, Reiseführer aufgeschlagen (derer zwei, beide schon gelesen, aber sicher ist sicher) und weil mir ein bissl fad ist, die Twitter-Gemeinde mit Salzburgfakten versorgt. Und trotzdem keinen Follower verloren.

Yeah, wir sind endlich angekommen. Sabine holt mich ab. Wie süß. Laut Hotel, sollte der Bahnhof nur 10min Fußweg entfernt sein. Hin waren es ein bissl mehr. Naja, wir sind auch müde und Sabines Navi kann sich nicht so recht entscheiden, ob es uns links, rechts oder doch wieder retour schicken wollte.
Boah, hab ich Hunger.

Gleich um die Ecke vom Hotel hat Sabine einen Inder entdeckt, in den wir einfallen. Wir wollen uns setzen, müssen aber noch warten, bis das Pärchen nebenan verstaut wurde. Das hat alles ein bisschen gedauert. Aber es hat uns Zeit gegeben, uns umzusehen, festzustellen, dass es zwar kitschig, aber irgendwie niedlich eingerichtet und dekoriert ist und außerdem ziemlich viele Inder unter den Gästen waren. Ein gutes Zeichen, wie wir feststellen. Endlich durften wir auch. Gleich mal einen Cocktail bestellt und Essen auch, beides kommt ziemlich schnell und ist echt gut. Den Inder können wir nur empfehlen. Schade, dass er keine Dependance in Wien hat.

Es ist schon spät, wir sind die letzten Gäste, also doch endlich ins Hotel. Rauf ins Zimmer und gleich mal die Minibar geplündert. Manna Schnitten für uns, Bier für Sabine, Wein für mich. Heizung abgedreht. Fenster gekippt. Die Fernbedienung für Elderlies bewundert. Geplaudert, geduscht und ins Bett gegangen. Zweibettzimmer hab ich angeklickt. Doppelbettzimmer war's dann. Naja, würde ich auch überleben.


Frühstück war bis 10:30 Uhr. Gesessen sind wir dort bis 11:00 Uhr. Kein Stress. Urlaub. Die Auswahl war sehr in Ordnung. Und es gab Speck und Eierspeise. Für mich steht und fällt ein Urlaub ja mit Frühstücksspeck (ja, ich war in Istanbul sehr enttäuscht). Und sie haben bis zum Ende (also bis 10:30) immer brav nachgefüllt. Einziges Manko: der Speck ist im Fett oder Öl geschwommen. Und zwar wirklich geschwommen. Das war nicht einfach nur eine kleine Schicht Fett, sondern locker 2cm tief. Muss ich ihn eben immer abtropfen lassen, bevor er am Teller landet. Hat mich aber nicht abgehalten, immens viel davon zu essen.
Außer Speck gab's noch Wurst, Käse, Marmeladen, Nutella, Müslis, Toast, Kuchen, Semmerl, Brot, Weckerl, Gemüse,... also an Auswahl mangelte es wirklich nicht. Der Kaffee war leider ziemlich scheußlich.

Nun gut, fertig gefrühstückt, wieder ins Zimmer, fertig machen für den Tag, Kamera einpacken, solche Dinge. Kein Stress, wir haben Urlaub. Es klopft an der Tür, Sabine öffnet. Drei junge Mädchen stehen vor der Tür und fragen, ob wir Zimmerservice benötigen. Ich antworte, ob sie in einer Stunde wieder kommen könnten, Sabine meint in einer halben (na gut, muss ich mich doch beeilen), sie antworten: "Eigentlich wollen wir nur fragen, ob sie frische Handtücher brauchen, weil mehr machen wir eh nicht." Hä? Wir schauen uns groß an. Es wird nicht durchs Bad gewischt? Betten gemacht? Staub gesaugt? Wir sind doch in einem 4Sterne-Hotel (zumindest bin ich sicher, dass es das war, was booking mir gesagt hat)? Wir sind beide perplex. Ich sag noch, wir bräuchten keine Handtücher, Sabine will dann aber doch welche, wenn sie sonst schon nix machen. Also geht sie ihnen hinterher und fragt nach frischen Handtüchern. Bei der Gelegenheit drücken sie ihr auch gleich ein frisches Mistsackerl in die Hand. Müssen wir den Mist jetzt auch selbst entsorgen? Leider sind wir tatsächlich zu überrumpelt, um die Mädels das wirklich zu fragen. Aber immerhin sorgt es für viel Gelächter bei uns.

Wir sind dann endlich mal los und gleich mal in den ersten Friedhof ums Eck eingefallen. Sebastiansfriedhof. Dort liegt die Familie Mozart (excl himself) begraben und es gibt ein Denkmal für Paracelsus. Es ist ein wirklich hübscher Friedhof mit Steinkreuzen, eisernen Kreuzen, kleinen Sarkophagen,... In der Mitte steht die Gabrielskapelle, das Mausoleum für Fürsterzbischof Wolf Dietrich, innen bunt verfliest. Locker mehr als eine Stunde haben wir dort fotografierend verbracht.



Weiter gehts, Richtung Altstadt am linken Salzachufer. Die Neustadt bzw. Alstadt am rechten Ufer, haben wir ausgelassen. Da gibt es zwar auch das eine oder andere, aber nichts wirklich Wichtiges. An der Brücke wird Halt gemacht, um die obligatorischen Postkartenmotive zu fotografieren, dann in die Getreidegasse mit ihren Schildern. Die Getreidegasse ist außerdem berühmt für ihre Passagen, Durchgänge und Innenhöfe.
Sabine telefoniert mit Felix, den wir nach einigem Hin und Her auch finden. Der Plan ist, keinen Plan zu haben. Zumindest für die zwei. Ich hab mich damit abgefunden, dass ich nicht viel Kultur mache. Aber ich kenne Salzburg ja schon ein bisschen. Wir wandern zu Dritt weiter durch die Getreidegasse, dann zum Dom, werfen einen Blick hinein und beschließen, auf ein bis mehrere Bier zu gehen. Die nehmen wir im Gastgarten des
Stieglkeller ein, mit einer wirklich wunderbaren Aussicht auf Salzburg. Unten ist eine laute und volkstümliche Geburtstagsfeier im Gang (incl Lederhosen und Dirndl) über uns trutzt die Festung Hohensalzburg (und schießt um ca. 17:00 Uhr an die fünf Kanonen ab, die mir fast einen Herzkasperl bereiten) und neben uns sitzen Gäste mit zwei Hunden, mit denen wir uns dann anfreunden (mit den Hunden). Nach ca. 2 Stunden steigen wir doch endlich wieder hinab (die Festung wird auf morgen verschoben) und gehen noch rasch durch den Petersfriedhof - einer der zwei ältesten Friedhöfe Salzburgs. Bekannt dafür, dass er direkt neben dem Mönchsberg steht und für seine schmiedeeisernen Kreuze. Dort kann man auch in die sogenannten Katakomben gehen (für lächerliche 2 Euro), die als frühchristliche Begräbnisstätte und Versammlungsort dienten und in den Mönchsberg gehauen sind. Dafür sind wir aber leider zu spät dran. Als wir den Friedhof verlassen, wird hinter uns zugesperrt.

Wir wandern an den Festpielhäusern vorbei, in Richtung Blasiuskirche. Dahinter befindet sich der Aufzug - ja, wirklich Aufzug! - auf den Mönchsberg. Oben befindet sich das Museum der Moderne (eines von zweien in Salzburg) und das Restaurant M32. Von dort oben möchten wir Nachtfotos von Salzburg machen. Aber zuvor muss ich noch aufs Klo. Also frage ich eine der beiden jungen Damen: "Habt ihr ein Klo? Also natürlich habt ihr ein Klo, aber darf ich es auch benutzen?" Sie haben eines. Und ich darf. Außerdem findet sie mich lustig. Ist ok.
Danach gehen wir zu einem Aussichtspunkt mit Bankerl und warten den Nachteinfall ab. Und schießen Fotos. Viele Fotos. Ganz viele Fotos. Es ist fast Vollmond und Sabine macht ganz tolle Fotos mit Festung und Fast-Vollmond. Wir verbringen auch dort sehr viel Zeit. Wenn Sabine und ich einmal zu fotografieren beginnen, können wir uns damit stundenlang ruhig nebeneinander beschäftigen.



Schlussendlich wird uns doch kalt und wir haben Hunger. Felix erzählt was von einem Lokal im Stadtviertel Mülln. Er führt uns hinunter, leider ist das Lokal zu. Ein anderes übervoll und so landen wir - durch Twitter-Empfehlung und durch real-life-Empfehlung vor Ort - im Augustinerbräu. Sabine und Felix sind schwer begeistert. Ich eher nicht so. Mich überfordert das riesige Areal. Außerdem bin ich wirklich schon sehr müde. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich vermutlich auf das Abendessen verzichtet. However, ich bekomme ein Bier - so viel Bier wie in Salzburg, trinke ich in einem ganzen Jahr nicht - und mach mich auf die Suche nach Essen. Da ist so eine Fressmeile, wo man normalerweise einiges aussuchen kann, aber es ist schon spät, also gibt es nicht mehr so viel. Leberkäse mit Kartoffelsalat. 

Zwischendurch gehe ich raus, für eine Zigarette und darf dabei beobachten, wie ein junger Mann von drei Bräu-Mitarbeitern raus geworfen wird. Und zwar wirklich fast geworfen. U.a. die Stiegen fast hinunter. Sie schreien ihn an, er soll das Haus verlassen und brüllen, was er glaubt, wer er sei. Leider lässt sich nicht herausfinden, was er angestellt hat. Aber so böse, wie die drei sind, muss es schlimm gewesen sein.
Irgendwann gehen wir auch, verabschieden uns von Felix und machen uns auf den Weg Richtung Salzach. Hinter uns eine Menge junger, stark betrunkener Jugendlicher.
Über die Brücke und am linken Ufer langsam zurück Richtung Hotel. Dazwischen noch ein weiterer Fotostopp. Salzburg mit der Festung gibt einfach das ultimative Fotomotiv her. Egal wo man steht, man glaubt immer, die Festung nochmal fotografieren zu müssen, weil sie aus dem Winkel noch cooler aussieht und am Ende steht man mit gefühlten 2.543 Fotos der Festung da und fragt sich, was einen da geritten hat (so in etwa ging es mir auch in Cornwall mit den Felsen und Klippen am Meer - am Ende hatte ich 200 Fotos von Steinen).

Wir haben es endlich zurück geschafft - es ist nicht immens lang, aber lange, wenn man eh schon müde ist. Die Minibar haben wir Minibar sein lassen - aufgefüllt wurde sie ohnehin nicht und sind einfach nur noch ins Bett gefallen.

Salzburg - Teil2

Fotoalbum folgt!

Donnerstag, 30. März 2017

Hallenbad-Diaries von Sabine Karrer - Donaustadtbad

Meine Freundin Sabine und ich wollen was für unsere *hüstel* Figur und *hüstel* Gesundheit tun und haben daher einen *hüstel* fixen Tag in der Woche zum gemeinsamen Plansch... äh.. Schwimmen ausgesucht.
Bisher haben wir es nur einmal geschafft, heute steht das zweite Mal an. Am Blog von Sabine könnt ihr nachlesen, wir unser erstes Mal war: 


http://stadtlebenwien.at/hallenbaddiaries-donaustadt/ 

Montag, 29. August 2016

Mit Vollnarkose in den 40er

Vor kurzem hatte ich meine allererste Operation. Vollnarkose inklusive. 40 Jahre habe ich werden müssen, bis ich das erste Mal eine OP habe. Meine Gyn empfahl mir, der/die/das eben entdeckte Myom in der Gebärmutter gezielt entfernen zu lassen. Nach dem ersten Schreck und ein paar kleinere Panikattacken später, habe ich mich ins Spital begeben, um das mit denen zu besprechen. Die Dame bei der Anmeldung, obwohl sie wahrlich genug zu tun hatte, war sehr freundlich. Allerdings hat mir ihre Frage "Sollten Sie mal nicht ansprechbar eingeliefert werden, wer ist ihr Notfallkontakt?" doch etwas zu denken gegeben. Und zwar in der Hinsicht, dass man ev. eine Krankenvorgeschichte hat, die für Rettungssanitäter und/oder Ärzte von Interesse sein könnte. Oder Allergien, Unverträglichkeiten, Dinge auf die man aufpassen sollte oder Dinge, die womöglich in die richtige Richtung lenken, ohne viel Zeit zu verlieren. 

Kurzer Exkurs:
Es gibt wohl in einigen Handies eine Funktion in den Kontakten, wo man sowas eintragen kann und die man auch in gesperrtem Zustand lesen kann. Zwar habe ich jetzt in meinem eigenen Kontakt die wichtigsten Dinge notiert, aber, um sicher zu gehen, sollte man wohl eher ein Zetterl bei der e-Card im Geldtascherl haben.


Zurück:
Ich wurde also zum Vorgespräch mit der Ärztin geholt, die u.a. Folgendes zu mir sagte: "Nachdem Sie schon 40 sind, gehe ich davon aus, dass Ihr Kinderwunsch abgeschlossen ist." (Das war nicht mal als Frage formuliert) Etwas überrascht, ich: "Naja,... also... warum?" "Nun, weil ich dann bei der OP nicht so sehr aufpassen muss. Ich muss dabei ja die Gebärmutter dehnen und das kann ich dann bei Ihnen mehr, als, sagen wir, bei einer 20-jährigen, die mit ihrem Freund zu mir kommt und die Familienplanung noch vor sich hat. Eine Fehlgeburt ist wahrscheinlicher, wenn man die Gebärmutter so dehnt." 


Ich sehe euch beim Lesen nicht, aber ich vermute, euer Gesichtsausdruck entspricht so ziemlich dem meinigen, als ich das gehört habe...
Nach einem kurzen Moment: "Haben Sie das grade ernsthaft zu mir gesagt? Ich hoffe doch sehr und ich wünsche mir, dass Sie bei mir genauso gut aufpassen, wie bei einer 20-jährigen und nicht weniger, nur, weil ich *schon* 40 bin. Egal, ob ich Kinder will oder nicht."

Sie setzte gerade an, mir was von "natürlich passt sie auf" zu erzählen, als sie zu einem Notfall gerufen wurde und ein junger Assistenzarzt das Gespräch mit mir fertig führte. Der war sehr emotionslos, aber höflich und genau. Irgendwie habe ich auch mitbekommen, dass diese Ärztin mich ohnehin nicht operieren würde, weil sie wohl auf Urlaub ginge. Aber mir diese Information sicher einzuholen, habe ich nicht mehr geschafft. 
Man schickte mich dann noch zur Anästhesistin, die eher enttäuscht war davon, dass es bei mir nichts gäbe, worauf sie achten müsste, und nach etwa 5 Std war ich freigegeben zur OP. Kaum draußen aus dem KH, konnte ich die Tränen nicht mehr zurück halten. Der Gedanke an meine erste OP mit Vollnarkose, der halbe Tag im KH (das ich bisher nur von Besuchen kannte) und dann diese unglaublich taktlose Ärztin (Name der Redaktion bekannt) - das war zu viel für mich an diesem Tag. 



Bis zur OP eine Woche später, hatte ich mich allerdings wieder etwas beruhigt. Alle drei Ärzte, mit denen ich zuvor gesprochen habe, meinten, ich solle eine Nacht im KH bleiben. Also tucker ich um 6:30 früh, nüchtern und sehr nervös, mit meinem Köfferchen in das KH. Aufnahmegespräch, Bettzuweisung, ausziehen, Krankenhaushemd, Wegwerf-Höschen und Thrombose-Strümpfe anziehen. Danach war ich schon ziemlich müde - ich vermute, die machen das absichtlich.
Zugang legen: "Ist das einfach bei Ihnen?"
"Ich bin Blutspenderin, bisher hat sich noch niemand beschwert."
"Ihre Venen sind aber sehr dünn, pumpen Sie mal kräftig."
Ich pumpe. Und pumpe. Und pumpe.
"Oh, jetzt sprudelt's aber, hören'S auf zu pumpen." Und dann spür ich, wie sie meinen Arm abwischt. Ich hab ja gesagt, ich wäre Blutspenderin. Das Bett war versaut auf der linken Seite.

Der junge, emotionslose Arzt ist wieder da, stellt mir noch ein paar Fragen und hängt mich an den Tropf. Ich bekomme diverse Medikamente. Ob diese berühmten Wurschtigkeitspillen dabei sind, kann ich nicht sagen. Denn, wurscht ist es mir keineswegs, ich kann nur plötzlich nicht mehr flüssig sprechen. Nur ... noch ... sehr ... langsam. 

Man nimmt mir Brille und Teddy ab und fährt mit mir Richtung OP-Raum. Einerseits kann ich nicht mehr viel sehen (stark kurzsichtig), andererseits bin ich benebelt und hab ziemliche Angst.
"Die Frau HimBär ist da!" Zwei Köpfe beugen sich über mich, eine Frau und ein Mann. Der Mann stellt sich als Pfleger Erzengel (Name der Redaktion bekannt) vor. Ob alles in Ordnung ist, wollen sie wissen. Angst hab ich, weil das meine erste OP ist. Der Pfleger nimmt meine Hand und sagt, dass ich keine Angst haben muss. Er lässt sie übrigens nicht mehr los, meine Hand. Er hält sie, bis die Narkose mich ummantelt hat. Ich bin ihm noch heute dankbar dafür. 

Ob ich noch eine Frage habe. Frage habe ich keine, aber "bitte... die Ärztin beim Vorgespräch... hat gesagt... sie muss nicht... so aufpassen... weil ich... ich schon 40 bin... aber... ... bitte... ... behandeln Sie.... meine Gebärmutter.... wie eine.... eine... 20-jährige" (das raus zubekommen, war Schwerstarbeit) Beide zerkugeln sich vor Lachen und versichern mir, dass sie das weiter geben und aufpassen werden, dass meine Gebärmutter wie eine 20-jährige behandelt wird. Dann werde ich weiter gerollt (ich höre sie immer noch kichern) ein junger Anästhesie-Assistenzarzt beugt sich über mich. Ob ich zur Narkose noch eine Frage habe. Nein. Aber "...mein Kiefer knackst.... links... knackst er.... beim Mund.... aufmachen.... das.... das ist normal" Er sagt er wird darauf aufpassen.
Dann kommt ein großer Arzt herein, stellt sich als Primarius wasweißich vor, sucht meine Hand unter all den Tüchern und Heizdecken, die man zwischenzeitlich um mich gelegt hat. Er scheint gut gelaunt zu sein. Ich glaube, gut gelaunte Ärzte sind gut. Die riesigen, hellen Lichter über mir machen mir Angst. Mein Erzengel hält noch immer meine Hand. Der Anästhesist legt die Maske auf meinen Mund und sagt "atmen Sie ganz ruhig ein und aus, Frau HimBär". Ich atme ein. Ich spüre wie er zittert. Hat er auch Angst? Ist das auch seine erste OP? Ich atme aus.
"Guten Morgen Frau HimBär! Haben Sie gut geschlafen? Die OP ist komplikationslos verlaufen und ich kann Ihnen versichern, wir haben Ihre Gebärmutter wie eine 20-jährige behandelt." Mein Erzengel tätschelt mir die Hand. Mir kullern Tränen runter. Ich kann nichts dagegen machen. "Ohje, Frau HimBär, ist alles in Ordnung, haben Sie Schmerzen?" "Bissi" "Das kriegen wir gleich hin." Dann dröhnt er mich so zu, dass ich mich den Rest des Tages kaum noch von den Schmerzmitteln und der Narkose erhole. Es geht mir keineswegs schlecht, ich fühle mich nur gerädert, erschlagen und kaputt. Den Rest des Tages bin ich im Halbschlaf dahin gedämmert. 


Der übrige Tag verlief relativ ereignislos. Zum Mittagessen bin ich aufgewacht und hab es praktisch inhaliert, weil ich so hungrig war. Später am Nachmittag hab ich verstanden, dass es durchaus möglich ist, den Arm, in dem der Zugang steckt, abzubiegen. Obwohl ich zwischendurch geträumt habe, die Nadel würde sich einfach durchstechen und die Krankenschwestern wären deshalb etwas ratlos. Man hat mir dann Tage später erklärt, dass das, was da drin steckt, keine Nadel, sondern ein Schlauch ist. Daher kann man ihn auch abbiegen. Ja, sowas sollte man bei OP-Gesprächen auch dazu sagen. Kann ich ja nicht wissen. Und ich hab mich so geplagt, mich aufzusetzen, weil ich den Arm nicht abbiegen wollte...

Irgendwann meint die Schwester zu mir, nach dem Abendessen könne ich heim. Das überrascht mich jetzt ein wenig, weil mir doch drei Ärzte zuvor gesagt haben, es wäre ihnen lieber, ich bleibe eine Nacht. Naja, natürlich kann ich eine Nacht bleiben, sie werfen ja niemanden raus, aber normalerweise ist es schon so, dass alle nach der OP wieder heim gehen. Aber man hat mir gesagt, ich soll bleiben.
Aber sie hat die Information, ich gehe.
Aber ich hab ein Köfferchen mit. Ein Buch neben mir liegen. Hausschuhe unterm Bett. Ob sie glaubt, ich nehm das alles nur für ein paar Stunden mit.
Natürlich wirft man mich nicht raus, aber...
Ja, von mir aus. Ich ruf Papa an und sag ihm er soll mich am Abend holen.
Das Abendessen inhaliere ich auch noch. Unglaublich, wie hungrig so eine 45min-Vollnarkose macht. Dann rede ich noch mit dem Stationsarzt und frage, worauf ich noch achten muss.
Er hat gehört, ich wolle bleiben. Natürlich wirft man mich nicht raus, aber normalerweise...
...ist es schon so, dass alle nach der OP heim gehen. Ich weiß und da ich jetzt ohnehin schon angezogen bin, können wir das lassen und nur schnell besprechen, wie es weiter geht, weil so lange rum stehen kann ich wirklich nicht.
Ja, also, sie wollen mich sicher nicht rauswerfen. Ich darf (!) heim unter folgenden Bedingungen:
"Sie fahren nicht selber und nicht alleine heim" - "Ja, Papa steht schon und wartet"
"Sie sind heut Nacht nicht allein" - ... ... 

"Sie sind heut Nacht nicht allein!" - ... ..."Frau HimBär, Sie sind heut Nacht nicht allein?" - "Äh... reicht's wenn das Telefon am Nachtkastl liegt?"
Er scheint nicht glücklich. *Jetzt* will man mich offensichtlich doch nicht gehen lassen...?!
"Wie schnell dauert das, bis jemand bei Ihnen ist?"
"Naja, je nachdem wie schnell meine Eltern wach sind, wenn ich anrufe."
"Sie sind also alle in einem Haus?"
"Nein."
"... Frau HimBär? Sie dürfen heute Nacht nicht allein sein..."
Jetzt werde ich ungeduldig. Zuerst will man mich raus haben und dann muss ich stundenlang am Gang rumstehen und meine Wohnsituation mit einem viel zu gutaussehenden Arzt besprechen. Wäre ich etwas munterer (und hätte keine Brille auf gehabt, wäre nicht ungeschminkt und frisiert und überhaupt nicht auf einer gynäkologischen Krankenhausstation), hätte ich ihm vermutlich vorgeschlagen, mich zu begleiten.
Jaja, wir machen das schon, keine Panik. Was noch?
"Zwei Wochen keine Vollbäder" - "ok"

"Kein schwimmen" - "ok"
"Kein Sex" - ... ...
"Kein Sex!" - ... ...
"Frau HimBär? Kein Sex!" - "Herrjee, ja! Ich bin Single, *das* ist die leichteste Übung."
Er grinst. Ich darf jetzt gehen.


Freitag Abend. Ich hab dann bis ca. Sonntag Abend geschlafen. Mit kurzen Unterbrechungen (und die folgenden zwei Wochen habe ich mich selbstverständlich vorbildlich an alle Vorgaben gehalten!)

Meine allererste OP. Alles in Allem eine spannende (diese Sache mit der Vollnarkose finde ich immer noch faszinierend) und - dank der Protagonisten - eine sehr gute Erfahrung (bis auf die Ungeheuerlichkeit im Vorgespräch). 
Es ist alles gut verheilt, übrigens. Und die zwei Wochen sind seit einigen Wochen vorbei... Ich war schon schwimmen!