Sonntag, 18. Dezember 2011

Weihnachten... Bah, Humbug?



Es ist wohl modern Weihnachten nicht zu mögen. Ich treffe mehr und mehr Leute, die der Ansicht sind "Weihnachten ist nicht mehr, was es einmal war" oder "das ist alles so gezwungen, da will ich nicht mitmachen". Mir hängen diese Phrasen schon so zum Hals raus, um es mal salopp auszudrücken. 

Weihnachten ist, was jeder draus macht. Niemand 'muss' seine Wohnung dekorieren, sein Haus schmücken, eine Woche vor dem Fest in den überfüllten Einkaufsstraßen nach Gutscheinen suchen oder ein verklärtes Lächeln aufsetzen, wenn man den beleuchteten Baum betrachtet und Dinge von sich geben, wie "es ist ja so besinnlich".
 
Weihnachten muss nicht leise und besinnlich sein. In den USA oder in Großbritannien gibt es Weihnachtsparties und die können durchaus sehr lautstark werden. Weihnachten ist so, wie man sich das vorstellt. Jeder ist selbst verantwortlich dafür, wie er/sie sein Weihnachten gestaltet. Und wenn man es gerne etwas lauter haben möchte, dann sorgt man eben für die entsprechende Beschallung. Möchte man es leiser, zündet man ein Kerzchen an und liest im Schein desselben ein gutes Buch.
Weihnachten kann sein, wenn man sich mit Freunden verabredet, um was zu trinken und später tanzen zu gehen. Weihnachten kann sein, mit einer sympathischen Gruppe einen Ausflug zu machen; abends durch die Straßen der Stadt zu wandern und sich an der Beleuchtung zu erfreuen. Wenn man mit lieben Freunden Kekse bäckt und daraus 'flauschige Lebkuchenpolster' werden. Weihnachten kann auch sein, wenn man mit den Hunden im Wald spazieren geht und die absolute Stille genießt. Wenn man eine Reise bucht, die man sich schon lange wünscht - egal ob zusammen oder alleine, wichtig ist, dass man es genießt und Spaß daran hat. Ebenso, wenn man am Weihnachtsabend Gleichgesinnte um sich sammelt, um gemeinsam zu feiern. Egal was, egal wie. Auch das ist Weihnachten.
Weihnachten ist ebenso, eine Sammelaktion für obdachlose Mitmenschen und herren/frauenlose Tiere ins Leben zu rufen. Weihnachten ist genauso, wenn man in Not geratenen Menschen oder Tieren hilft, jahraus, jahrein.


Und bitte hört auf, Weihnachten ausschließlich in Kinderaugen leuchten zu sehen. Können nicht die eigenen Augen genauso funkeln?! Kann man sich nicht selbst freuen, über Kerzen, Düfte, einen schön geschmückten oder auch leeren Baum? Ist es unmöglich, Kekse für sich selbst oder die Arbeitskollegen zu backen, das Kleid oder den Anzug, der einem immer zu teuer war, sich selbst zu schenken?

Es ist auch unwichtig, ob der Weihnachtsmann Geschenke bringt, das Christkind, La Befana oder Lucia. Wichtig ist, dass wir uns daran erfreuen, jemandem etwas zu geben und sich der Beschenkte daran erfreut. Was, im Übrigen, auch nicht - zumindest in unseren Breitengraden - am 24.12. sein muss. Ich z.B. werde das einzige Geschenk, das ich dieses Jahr vergebe, sicher nicht bis zum 24. fertig bringen. Aber das ist mir gleich. Ich hoffe, der/die Beschenkte freut sich auch im Jänner noch darüber, genauso wie es mir Spaß macht, es zu basteln.
Und weil ich es eben gelesen habe: Eine hochschwangere Freundin bietet einer anderen an, ein Geschenk zu besorgen, da die Mutter kleiner Kinder selbst nicht dazu kommt. Weihnachtlicher geht es kaum. Es liegt in den kleinen Dingen.
Weihnachten ist eine Einstellung und die ist nicht an ein Datum, an ein Umfeld oder eine Tradition gebunden. Und btw., Weihnachten endet auch "offiziell" nicht am Stefanitag... 

Also schüttelt die selbstauferlegten Zwänge ab und genießt einfach das bunte, leuchtende Treiben um euch herum. Lächelt eure Mitmenschen an, wünscht ihnen schöne Feiertage, auch wenn sie euch anrempeln auf der Rolltreppe. Gebt dem Bettler auf der Straße zwei Euro und streichelt seinen Hund. Kauft einen Augustin und dem Kolporteur einen Tee. Knabbert an heißen Maroni und bewundert die gelungenen Beleuchtungen auf Häusern und Straßen. Fresst eure Arbeitskollegen nicht gleich auf, wenn sie dieselbe, dumme Frage zum dritten Mal stellen. Geht nach Hause, lest das Buch, das schon seit einem Jahr im Regal steht, macht euch Punsch und seht euch einen Film an.

Es ist gleich, was ihr tut, wie ihr es tut, ob ihr es alleine tut oder mit anderen. Genießt es. Und lasst euch von Weihnachten durchfluten - immer. So wie Ebenezer Scrooge am Ende der ultimativen Weihnachtsgeschichte "A Christmas Carol" von Charles Dickens:

I will honour Christmas in my heart, and try to keep it all the year. I will live in the Past, the Present, and the Future. The Spirits of all Three shall strive within me.

Ich versuche es auch. Immer wieder. Mal gelingt es, mal nicht. Wichtig ist, dass man es probiert. In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten! (Video)

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