Montag, 10. Dezember 2012

Montag, Montag, Montag...


Nachdem ich mich nun - nach einem großen Glas Alkohol - wieder beruhigt habe, lass ich mal für euch meinen Montag Revue passieren:

Mittags ist das Internet in der Firma ausgefallen. Ohne, kann ich nicht wirklich arbeiten und da mir langsam langweilig wurde, hab ich beschlossen, schon am Nachmittag (statt erst Abends) zum Optiker zu fahren, um dort mein Probelinsenpaar Nr 283 (so ca) abzuholen und Brille Nr 121 (so ca) korrigieren zu lassen.
Also fuhr ich mal dorthin. Gleich um die Ecke Parkplatz bekommen (eh immer Chefparkplatz - blöder Parkplatz im Nachhinein gesehen) und los zur Frau Linse.

Sehtest Nr 486 (so ca) erledigt, Stärke wieder einmal nach oben korrigiert (das letzte Mal nach unten...), Probelinsenpaar eingesetzt und eine halbe Stunde spazieren gegangen.

Zurück zu Brillenoptiker Nr 24 (so ca), um die Brillengläser korrigieren zu lassen. Eine knappe Stunde mit ihm diskutiert, weil er der Meinung war, ich müsste die Brille zahlen. Warum? Na, weil ich seit März bei ihnen bin (seit Jänner übrigens beim Augenarzt, im März die Brillenbeschaffung dort abgebrochen und im April/Mai die Linsenbeschaffung dort abgebrochen, aber das nur nebenbei) und seitdem die Brille so ca 20x zurück gegeben, weil nie was gepasst hat und sie immer korrigiert werden musste. Also rechnet er mir munter was von 160€ vor, bis ich ihn abstoppe und frage, warum er annimmt, dass ich was dafür zahle. Ja eben, wegen oben Genanntem. Kurz darauf ist mir die Sicherung durchgebrannt und ich hab ihm - mit einem leisen Knurren unterlegt - erklärt, dass ich gewiss nicht für eine Brille zahle, die ich schon mal bezahlt habe und wenn seine Optiker zu dämlich sind, meine Sehschärfe und alles weitere dazu richtig zu messen, werde ich das nicht auch noch entgeltlich belohnen.
Ja, aber das sei nun mal das, was gemessen wurde und es wäre schon sehr merkwürdig, dass ich innerhalb eines Jahres so starke Dioptrieschwankungen habe. Nicht mit mir, junger Mann! Ich hab ihm seine 10 (!) Ausdrucke meiner Messungen aus der Hand gerissen und an jeder erklärt, was mir davor gesagt wurde: Linsen einen Tag draussen lassen, Linsen 10min vorher raus geben, Brille tragen, keine Brille tragen, Linsen 2 Tage draussen lassen, usw... Er blickt mich mit einem "so ein Blödsinn"-Blick an, den ich mit meinem "Wage es ja nicht, sonst bist du tot"-Blick erwidere und ihn letztendlich mundtot mache, indem ich ihm sogar sagen kann, wie die jeweiligen Augenausmesser aussahen.
Wir haben uns also dann darauf geeinigt, dass sie mir die Brille noch einmal "aus Kulanz" korrigieren und ich eine 10€/Jahr-Versicherung abschließe (die ich kommenden Jänner wieder kündigen werden, was ich ihm aber nicht gesagt habe). Nicht, ohne, dass er mich nochmal darauf hinweist, dass ich beim Augenarzt etwaige medizinische Ursachen für die starken Schwankungen abklären lasse und ich erwidere, wenn er noch einmal Augenarzt sagt, knall ich ihm sämtliche umliegenden Brillen um die Ohren.
Freunde sind wir keine geworden.

Nach dieser Stunde, runter zur Frau Linse, die mit einem Blick in mein Gesicht, sofort beschlossen hat, mich nicht weiter zu ärgern und mir vorschlug, ich soll die Linsen einfach mal mit nach Hause nehmen und ein paar Tage probieren.

Ich zurück zum Auto. Moment mal! Da war doch noch meine zweite Tasche drin, als ich das Auto verlassen habe. Wo zum Teufel ist die? Auto 3x durchsucht. Nix. Weg. Im Büro angerufen, und Empfangsmädel aufgetragen in meinem Zimmer danach zu suchen. Sie: "Aber die hattest du doch dabei, als du..." Ich: "Frag nicht, such!". Sie sucht. Nix. Großartig. Mir wurde die Tasche aus dem Auto gestohlen. Mir wurde bisher noch nie was gestohlen. Niemals. Ich hab auch nie einen Schlüssel verloren. Und jetzt ist die Tasche weg und drin der Büroschlüssel.
Langsam werf ich die Nerven weg. Empfangsmädel aufgetragen die Sicherheitskette anzurufen und zu sagen, dass ich nicht mehr in die Firma komm. (Dass man nicht ohne mich auskommt, sah ich eben zu Hause anhand von 5 Anrufen aus der Firma in meiner Abwesenheit - also ehrlich!).
Was mach ich jetzt? In meiner Panik hab ich mal die Mistkübel in der Gegend untersucht. Leider keine Tasche. Hätt ja sein können. Unterm Auto geschaut. Nochmal zum Optiker. Nix. Tatsächlich aus dem Auto gestohlen. Was macht man, wenn man bestohlen wird? Jemandem in Uniform erzählen. Gute Idee.
Um die Ecke zwei Polizisten gefunden und denen das erzählt. (Um die Ecke = 20m entfernt!!!) Schicken mich auf die Polizeistation noch 2x um die Ecke.
Dort angekommen, fragt mich der Herr Polizist, ob ich noch was zu tun hätte für so ca 20min, weil er is grad allein, schreibt einen Betrug (wtf???) und kann nicht beides machen. Ja, meinetwegen, ich geh halt 10 Zigaretten rauchen in der Zwischenzeit und gehe geistig durch, was in der Tasche war.

Wieder zurück sind plötzlich Massen an Polizisten da. Und mir geben sie den jungen, nervösen Anfänger. Seine Nervosität hat wenigstens meine Panik wieder aufgehoben.
Beginnen wir mal mit dem Ausfüllen von Formular SFirgendwas und Firgendwas usw. Es kommt die Frage auf, ob in das Auto eingebrochen wurde, oder ob ich es offen gelassen habe. Na, offen gelassen, schätz ich. Wer bricht schon in einen gebrauchten Chevy? Sicher? Nein. Gemma schauen. Gut, gemma schauen. Tatsächlich. Eingebrochen. Schlossstich. Mistviecher. Jetzt kommt zu den Kratzern vorne - die nicht von mir sind!! - auch noch ein beschädigtes Schloss an der Beifahrertür. Ist der Kratzer unterm Schloss sicher nicht von mir? Nein, sicher. Die Fingertapser drauf, sind die von mir? Ja, weil ich geschaut hab, ob ich das weg wischen kann.
Er ist schwer enttäuscht. Weil, hätt ich nicht rumgefummelt, hätt er jetzt Fingerabdrücke nehmen können. Ich schau ihn an: "Ernsthaft?". Klar meint er das ernst. Ich: "Da schau ich jahrelang CSI und ich Trottel mach einen Anfängerfehler und verwisch Spuren? Kann man mit einem Wattestäbchen noch was retten?" (Mein Witz kommt langsam zurück, weil mir dämmert, dass in der Tasche nix Aufregendes war). Er findet das sehr lustig und macht ein Foto (vom Schloss, nicht von mir).
Gemma weiter ausfüllen. Was wurde denn genau gestohlen? Nachdem ich ihm die Maße, Farbe und Material der Tasche genannt habe (weil, jetzt kommt auch meine CSI-Erfahrung wieder), geh ich mal durch, was drin war: der Büroschlüssel, mein Gehaltszettel von November, Kontaktlinsenflüssigkeit, zwei Kosmetiktascherl mit Deo, Handdesinfektionsmittel, Toilettartikel, Pflaster, Zahnbürste, Zahnpasta, Kontaktlinsenbehälter, Optikerrechnungen, ein Plastiksackerl mit Harry Potter drauf, ein rosa Papiersackerl, mein USB-Kabel vom Handy - Einwurf von ihm: "iPhone5?". Ich: "Ha ha, uraltes Handy und das Kabel ist mit Tixo geklebt". Mittlerweile - er schreibt tatsächlich alles mit, vom Sackerl bis zum Schlüssel - braucht er einen neuen Zettel, weil auf dem Formular ist nur eine Zeile Platz.
Abschluss des Ganzen: nix Aufregendes, bis auf den Büroschlüssel. Aber halt persönliches Klumpert. Jetzt ist er sicher froh, dass er keine Fingerabdrücke nehmen konnte...

Nach knapp 2 Stunden sind wir fertig. Er geht nochmal mit mir zum Auto, um bessere Fotos zu machen (vom Auto) und entschuldigt sich, dass das so lang gedauert hat, aber für ihn war das das erste Mal und da muss er halt genau sein. Ich erwidere, dass es auch für mich das erste Mal war, aber dafür hätten wir beide es sehr gut hingekriegt. Auch das findet er lustig.
Ich mittlerweile auch, weil ich mir den Frust des Einbrechers vorstelle, der - im Glauben eine Laptoptasche zu klauen - nun viel für ihn wertloses Zeug, das man nicht mal weiter verkaufen kann, in Händen hält. Sollte er meinen Gehaltszettel lesen, hat er sicher ein schlechtes Gewissen und gibt die Tasche freiwillig wieder mir Bedürftigen zurück...

Und wie war euer Montag so?

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