Mittwoch, 3. September 2014

Ice Bucket Challenge - my point of view

Die Ice Bucket Challenge schwappt über in den sozialen Netzwerken. Und ruft immer mehr Kritiker auf den Plan. Kein Wunder, denn auch Gutes kann einmal zuviel des Guten werden. V.a. wenn man langsam das Gefühl hat, es geht fast nur noch um die Selbstdarstellung und nicht um die Sache an sich. Es reicht nicht mehr viel und der berühmte Tropfen bringt den Eiskübel zum Überlaufen. Was schlecht ist, weil in der schnelllebigen Zeit bald die nächste Spendenaktion über uns herein brechen wird und die Menschen müde und dessen überdrüssig werden. Währenddessen herrscht in anderen Ländern Krieg und viele bräuchten auch hier unsere Unterstützung. Spenden wir also jetzt für ALS, morgen für Nachbar in Not, übermorgen gegen Tierversuche, nächste Woche für Opfer eines Hurricans, kommenden Monat für Ute Bock in ein paar Monaten für Licht ins Dunkel, usw... wer das macht: ich ziehe meinen Hut.

Ich wurde noch nicht nominiert - zumindest habe ich es bisher noch nicht mitbekommen - und gleich mal vorweg: es hat keinen Sinn, mich zu nominieren, ich werde nicht mitmachen. Warum? Das geht eigentlich niemanden was an. Genausowenig geht es jemanden was an, ob ich für (karitative) Zwecke, Forschung oder humane und sonstige Katastrophen spende, oder wie viel. Das ist meine Sache. "Tu Gutes und rede darüber" interessiert mich nicht. "Tu Gutes" reicht für mich und mein Karma. Jeder weiß, dass ich den Bärenwald in Arbesbach unterstütze, aber ich engagiere mich - innerhalb meiner Ressourcen - auch anderweitig und rede nicht groß darüber.

Der ursprüngliche Gedanke an sich, auf die Muskelkrankheit ALS aufmerksam zu machen und Spenden für die Forschung zu bekommen, ist ok. Auch die Art und Weise, wie es gemacht wird/wurde, ist an und für sich ok. In Zeiten, wie diesen, wo man eigentlich nur noch Aufmerksamkeit bekommt, wenn man es schafft, etwas viral zu verbreiten, war die Idee eine wirklich tolle. Hat ja auch funktioniert. Leider nervt es mittlerweile und hier nicht nur die vielen Videos mit und ohne Eiswasser, sondern auch die vielen Videos und Statements, die sich darüber aufregen und sich darüber aufregen, dass man sich aufregt. Zu viel Aufregung über eine vormals gute Aktion für meinen Geschmack.

Lasst doch einfach jeden selbst entscheiden, ob es "Spaß macht", ob man mitmachen will oder nicht und warum oder warum nicht. Es ist nicht notwendig, sich mit gegenseitigen Nonmentions über Social Media zu bewerfen. Es ist auch nicht notwendig darauf hinzuweisen, dass man ja auch spenden kann und soll. Jeder halbwegs normale und mitdenkende Mensch weiß das (ja, es gibt Ausnahmen. Die gibt's immer.). Und toll, dass es viele tun. Lasst den Kritikern, die sich über die Tierversuche der ALS-Forschung aufregen, ihren Freiraum. Ich gebe zu, ich bin hier auch in einer Zwickmühle, weil ich einerseits gegen Tierversuche, andererseits der Meinung bin, dass die Medizin nicht dort wäre, wo sie ist, gäbe es die Tierversuche nicht. Aber gegen Versuche am Menschen sind wir doch auch. Die Forschung muss gesponsert werden, das Geld kommt nicht von ungefähr und Forschung ohne Tierversuche ist unverhältnismäßig teurer. Ich verstehe die Kritik, es gefällt mir nicht und ich wanke auch.

Zurück zum Thema: spendet, engagiert euch, bewerft euch mit Eiswürfeln oder werft diese in euren Whiskey. Egal. Wichtig ist: engagiert euch für etwas, das in euren Augen das Engagement wert ist. Animiert andere, dasselbe zu tun, aber überlasst ihnen das wie, wann und wo.

Tut Gutes.

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