Sonntag, 14. Dezember 2014

The town is alive with the sound of Turmbläser

Weihnachtsmarkttouren - Tour8 - Salzburg

Die längste Zeit schon wollte ich Österreichs (und ein paar deutsche) Weihnachtsmärkte besuchen und 2014 wurde aus dem Plan endlich mal ein konkreter. In diesem Fall ist es ein kleiner geworden, weil "nur" Salzburg, aber immerhin. Geplant waren Salzburg, München und Nürnberg, aber meine Begleitung (ja, ich wollte mit Begleitung fahren) wurde leider krank und für mich alleine war das zu teuer (ich sage nur *Einzelzimmerzuschlag*!!! Dazu kommt beizeiten noch ein Blogpost. Oder zwei.) 
Also habe ich umgeplant und ein Wochenende in Salzburg verbracht und was soll ich sagen: Salzburg zelebriert Weihnachten!
Ich bin zwar schon sehr gespannt, wie es anderswo aussieht (Prag und Nürnberg reizen mich), aber Salzburg hat schon mal ordentlich vorgelegt. Schade, dass kein Schnee lag, dann wär's wohl um mich geschehen gewesen... 


Angekommen, bin ich gleich mal in die Stadt und, obwohl ich woanders hin wollte, hat mich ein Schild umgelenkt: "Adventmarkt im Franziskischlössel". Nachdem der Markt nicht durchgehend offen hatte, sondern nur zu bestimmten Zeiten, machte ich mich gleich auf den Weg. Ohne zu wissen, wo das Schlössel genau liegt. Einfach den Schildern nach. Auf den Kapuzinerberg. Und weiter. Viel weiter. Viel, viel weiter. Dazwischen wollte ich aufgeben, aber man sagte mir unterwegs - nachdem ich verzweifelt schnaufend gefragt hab, ob ich überhaupt noch am richtigen Weg bin - dass ich näher am Schloss, als am Weg retour wäre... Irgendwann hab ich es doch geschafft und war da. Das Schlössel ist sehr niedlich, eine ehemalige Wehrburg, mit noch erhaltener Festungsmauer. Man geht geradewegs durch und kommt in den Gastgarten. Dort ist der Adventmarkt. In Wirklichkeit nur 3-4 Stände mit Essen und Trinken, aber weihnachtlich geschmückt. Mich begrüßten Turmbläser ♥
Die Atmosphäre war unglaublich (was man leider auf Fotos nicht einfangen kann). Das Schlössel war so süß, die Aussicht genial, die Turmbläser und die Weihnachtskugeln überall. Mit Schnee wäre das umg'schaut zu meinem absoluten Lieblingsmarkt avanciert. Einer der romantischsten Plätze ever. Obwohl ich noch stundenlang dort hätte stehen können, hab ich mich wieder auf den Abstieg gemacht. Es wollten ja noch mehr Märkte erkundet werden.

Unten angekommen, über die Salzach, den eigentlichen Christkindlmarkt links liegen lassend, gleich den nächsten Berg hinauf. Und zwar zur Festung Hohensalzburg. Aber diesmal nicht zu Fuß. In der ganzen Burg sind Stände verteilt, der eigentliche Markt befindet sich aber im Burghof. Mich begrüßten Turmbläser ♥ "Geh, wohin der Stern dich führt..." ist das Motto. Die Festung ist mit Herrnhuter Sternen geschmückt und wird in wechselnden Farben (innen, im Burghof) beleuchtet, was wirklich schön aussieht. Auch hier überwiegen die, im Kreis angeordneten, Stände mit Essen und Trinken, aber es gibt euch ein wenig Kunsthandwerkliches. Klein, färbig, romantisch. Auch ein süßer Markt. Die Kombination Burg-Adventmarkt, kann nur gut sein. 
Ach, und auf der Brüstung stehend, Salzburg bei Nacht zu meinen Füßen, ein Weihnachtsbaum hinter mir, erklang von unten ein Weihnachtschor. Wäre noch Schnee gefallen, hätt's kitschiger kaum sein können.

Wieder runter (mit der Bahn) und diesmal auf den tatsächlichen, eigentlichen Salzburger Christkindlmarkt (ja, der heißt so) auf dem Dom- und Residenzplatz. Riesig ist der. Erstreckt sich ja auch über zwei Plätze. Und sowas von gerammelt voll. Da kann man sich am Rathausplatz in Wien quasi frei bewegen. Und, guess what: ich wurde von Turmbläsern begrüßt ♥

Genau geschaut hab ich, ehrlicherweise, nicht, aber Ramsch hab ich keinen wirklichen entdeckt. Es gibt viel zu essen (Bauernkrapfen süß und pikant, Schneebälle, Speck,...) und trinken (die Häferl waren übrigens sehr süß!), Kunsthandwerk, Weihnachtsschmuck, einige esoterische Stände und sehr viele mit allen Arten von Krippen. 
Einmal um die Ecke, am Mozartplatz ist ein kleiner Eislaufplatz und davor noch ein kleiner Markt. Der hat aber nur Essen und Trinken. Außerdem sah das nach Schicki-Micki aus: Es gab Sitzplätze mit Wolldecken, Heizschwammerl und die Leute saßen mit Weingläsern dort. Wirkte eher wie der weihnachtliche Gastgarten eines Nobelschuppens aus (keine Turmbläser, btw ;-) )

Ich bin dann noch durch die Altstadt geschlendert, die sehr hübsch beleuchtet war. 

Am Alten Markt gab es noch ein paar Stände, die aber zusperrten, als ich vorbei kam. Etwas kitschig beleuchtet und eher Würstelstand-Feeling. 

Schmuck und Beleuchtung waren überall in der Stadt zu finden. Dabei wenig kitschig Buntes, sondern viel Reisig, mit Weihnachtskugeln (vorwiegend roten) und warmen, weißem Licht. Ein besonders hübsches Bild gab der Makartsteg ab. 




Am nächsten Tag folgte eine Altstadt-Tour mit einem Abstecher ins Sternbräu, wo, Überraschung, auch ein Weihnachtsmarkt (Sternadvent, nennt er sich) war. Mit vielen Seifenständen. Und Krippen. Seife und Krippen. Und Adventkränze. Der Adventmarkt rühmt sich damit, der ruhigste zu sein (stimme ich zu, es ist sehr ruhig dort) und der, der Wert darauf legt, die Stände weihnachtlich ausgesucht zu haben. Das mag sein. Mir sind halt v.a. die Seifen und Krippen aufgefallen. 
Egal, wo man in Salzburg hin kommt (Altstadt!), es ist überall geschmückt, beleuchtet und erinnert an Advent und Weihnachten. Nirgendwo kommt man der Stimmung so wenig aus, wie dort. Mir hat es sehr gut gefallen und ich komme wieder. Dann hoffentlich mit Schnee!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen