Donnerstag, 17. September 2015

AltoAdige Teil7 - Aus Faulheit Erdhügel besteigen

Der letzte Tag ist angebrochen. Und ich bin nach dem Frühstück wieder ins Bett gegangen. Und dann wieder auf den Balkon zu meinen Dolomiten. Und dann wieder ins Bett. Und dann wieder auf den Balkon. Und irgendwann, so am späten Nachmittag, hab ich mich endlich dazu aufgerafft, mich anzuziehen und doch noch hinaus zu gehen.
Keine Lust mehr auf Sightseeing oder Ähnliches, also einfach mal den Schildern nach und ein bissl "wandern". Das soll ja so in sein, in Südtirol. Der Drillsergeant hat mich aufgehalten "Du worscht bis jetz im Bett? Geht mi jo nix an, aber bis jetzt worscht im Bett?" Ich bin dann recht schnell aufgebrochen bis ich außer Sichtweite war und dann gemütlich weiter getrottet.
Die Sache mit den Bergen, das ist ja wirklich eine schöne Sache. Ich Flachlandbär fand Berge früher ein bisserl erdrückend. Rund um die Stadt - Innsbruck z.B. - das hat mich immer ein bissi eingeengt. Mittlerweile komm ich aus dem Staunen und der Bewunderung nicht mehr heraus. Leicht hügeliges Flachland, wie es bei mir ist, find ich immer noch sehr schön. Ganz flaches Flachland, also brettleben, gar nicht. Aber Berge,... wui. Berge sind toll.


Ich bin den Schildern nach. Richtung Lengmoos. An ein paar hübschen Häuschen vorbei, vor mir immer die Dolomiten, da und dort ein kleines Örtchen mit einem romanisch aussehenden Kircherl, lustig geschnitzten, gefällten Bäumen... eigentlich gibt's dazu nicht viel zu sagen, außer: es war schön. Wirklich schön.
Irgendwann bin ich auch angekommen in Lengmoos und dann den Schildern zu den Erdpyramiden gefolgt. Damit ich sagen kann, ich hab auch was von der Natur in Südtirol mitbekommen.
Erdpyramiden entstehen natürlich durch Regen, der langsam die Erde abwäscht, während irgendwo ein Stein verhindert, dass direkt darunter die Erde weg geschwemmt wird und dann praktisch die Spitze einer Erdpyramide bildet. Die ist dann auch nach langer Zeit mal weg. Das ist sehr laienhaft ausgedrückt, aber kommt hin. Wenn man mich versteht. Erde mit Steinen --> Regen --> Erde wird weg gewaschen --> Stein fungiert als Regenschirm --> Erde unter Stein bleibt --> Pyramide!
Gesehen. Check.

Zurück getrottet. Bis zur nächsten Bushaltestelle und gehofft, dass bald ein Bus kommt. So bald war das nicht, aber er ist gekommen. Da, wo ich dachte, ich müsse, bin ich ausgestiegen und hab den Bahnhof für die Rittnerbahn gesucht. Mein Gefühl meinte: geh runter. Ein junger Mann, den ich fragte, meinte: geh rauf. Hmpf. Bahn verpasst. Halbe Stunde bis zur nächsten. Glücklicherweise war dort eine Art Souvenir-Greissler, da hab ich die 30min verbracht, bis ich wieder heim gekommen bin, mir vom Drillsergeant Spaghetti hab machen lassen und am nächsten Tag Richtung Flachland-Heimat aufgebrochen bin. Nicht, ohne vom Drillsergeant noch mit ordentlich viel Speck versorgt zu werden. Und den Dolomiten noch einmal Baba sagen. Aber die waren plötzlich weg. Wie überhaupt fast alles an dem Morgen weg war. Nebelverhangen und nieselig. So ein trauriger Abschied. Aber ich komm ja wieder. Irgendwann. Sicher.

PS: Mein Navi hat auf der Heimfahrt irgendwann aufgehört, mit mir zu sprechen. Als es merkte, dass am Brenner ein Stau kommt, begann es mit der Berechnung einer Umfahrung. Nach etwa einer Stunde - ich war aus dem Stau und quasi auch schon aus Tirol wieder raus - meldete es sich zu Wort "Es konnte keine Umfahrung gefunden werden" Das war das letzte, was es zu mir sagte. Ever again.

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