Donnerstag, 17. Dezember 2015

Adventkalender - Tür 17: Der Mistelzweig

 
In der Weihnachtszeit einen Mistelzweig über die Tür zu hängen und sich darunter zu küssen, ist bei uns (noch) nicht so weit verbreitet, wie in den englischsprachigen Ländern. Aber es ist ein niedlicher Brauch. Wobei die Mistel an sich gar kein so nettes Gewächs ist. Sie ist ein Parasit, die sich von Wasser und Nährstoffen ihres Wirtbaumes ernährt. 
Allerdings ist sie auch als Heilpflanze sehr geschätzt. Der berühmte Kneipp hat sich ihrer schon bedient. Sie soll gegen hohen und niedrigen Blutdruck helfen, wird bei Krebsleiden eingesetzt, bei Fieber, Erkältungen oder Entzündungen. 

Es wurden der Mistel schon sehr früh viele Kräfte zugesprochen, das darunter Küssen, hat sich erst spät entwickelt. So soll sie (selbstverständlich) gegen Hexen helfen, Glück, Fruchtbarkeit, usw bringen. Woher jedoch der Kuss unter der Mistel kommt, ist nicht so recht geklärt. 

Eine Legende besagt, dass der Sonnengott Balder von seinem Tod geträumt haben soll. Allein, niemand, bis auf seinen Feind Loki, wollte ihn wirklich töten. Loki schnitt einen Pfeil aus einem Mistelzweigholz und ließ Balder von dem Wintergott Hoder ermorden. Aus Trauer über ihren verlorenen Sohn, vergoss Frigga viele Tränen, die zu den Beeren des Mistelzweigs wurden. Sie konnte ihn wieder ins Leben zurück holen und aus Dankbarkeit darüber, küsste sie jeden, der unter einem Mistelzweig hindurch ging. 
Ein bisserl wirr, aber nett. 

Die Mistel soll auch mal ein Baum gewesen sein. Ein Baum in dem Wald, aus dem das Holz für das Kreuz Christi geschlagen wurde. Weil sich der Baum so sehr dafür schämte, soll er zu dem zusammen geschrumpft sein, was wir jetzt kugelförmig in den Bäumen wieder finden. Aber zumindest schüttet er sein Glück über jenen aus, die unter ihm stehen. 

Der feurige Busch, aus dem Gott zu Moses sprach, war vielleicht auch aus der Familie der Misteln. Diese Art hat rote Stengel und ihre Blätter und Früchte sehen wie Flammen aus - das würde das Feuer erklären, das den Busch nicht zerstörte. (Vermutlich hat Moses von seinen Beeren gegessen...)

Es gibt unendlich viel, das sich um die Mistel rankt (die übrigens nicht umgangssprachlich "Mispel" heißt, das ist eine andere Pflanze), auf jeden Fall küsst man einander nun darunter. "Erfunden" haben das die Engländer im 18. Jhdt. Dabei gibt es eigentlich auch ein paar Regeln: z.B. darf man den Kuss nicht ablehnen, wenn man unter der Mistel steht. Pflückt der/die Küsser/in eine Beere und erhält dadurch einen Kuss, dann noch eine Beere, noch ein Kuss, das kann man so lange weiter machen, bis keine Beeren mehr vorhanden sind. Dann ist auch die Schmuserei zu Ende. 

Die Mistel steht - zumindest in D - unter Naturschutz.

Weiterführende Links:


♪♫Aretha Franklin "Kissing by the mistletoe"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 

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