Freitag, 4. Dezember 2015

Adventkalender - Tür4: Barbarazweigerl


Am 4. Dezember ist der Gedenktag der hl. Barbara (von Nikomedien), einer Märtyrerin aus Kleinasien aus dem 3. Jhdt. (historisch nicht belegt). Also zumindest da, wo man dem gregorianischen Kalender folgt. Wir wissen ja schon, dass es auch einen julianischen gibt (gab), da wäre der Gedenktag der 17.12. 
Sie ist eine der 14 Nothelferinnen (14 Heilige aus dem 2. bis 4. Jhdt) die Schutzpatrone sind. Barbara wird gern mit Turm und Schwert dargestellt. 

Ihr Vater verurteilte sie zur Enthauptung, weil sie ihren christlichen Glauben und ihre Gott gewidmete Jungfräulichkeit nicht aufgeben wollte. Auf dem Weg zum Gefängnis im Turm, blieb sie mit ihrem Kleid an einem Zweig hängen, der abbrach. Sie stellte ihn ins Wasser und der Legende nach, soll er am Tag ihrer Hinrichtung geblüht haben. Bzw. sollen auch auf ihrem Grab sehr viele Blumen gerade zur Weihnachtszeit geblüht haben. Daher der Brauch mit den Barbarazweigen. 

Barbarazweige sind meist von einem Obstbaum (Kirsche z.B., aber Forsythien gehen auch), sollen noch vor Sonnenaufgang geschnitten werden und in der Küche aufgestellt. Wenn sie zu Weihnachten blühen, steht eine Hochzeit ins Haus. Sollte niemand in heiratsfähigem Alter im Haus sein, bringen sie einfach Glück. :-)
Man kann den Zweigen auch die Namen von Verehrern geben - so man welche hat - und wessen Zweig dann blüht... 
Die Blüten werden auch als Ernte-Orakel hergenommen. Die Anzahl und Größe der Blüten zeigt an, wie gut oder schlecht die Ernte im kommenden Jahr wird. 

Es gibt noch andere Bräuche, wie den Barbaraweizen oder Luciaweizen (je nachdem, ob man es am 04. oder 13.Dezember macht). Mit feuchter Watte oder Erde als Untergrund wird Gerste oder Weizen in einen flachen Teller gestreut. Bis Weihnachten soll die Saat aufgegangen sein. Besonders verbreitet im Burgenland und Kroatien. Der Ursprung dieses Brauchs liegt wahrscheinlich im antiken Kult des Adonis (Adonisgärtlein). Die Kirche hat das dann einfach ersetzt. Wichtig ist der Termin der Aussaat. Zu früh ausgesät, hat der Weizen Weihnachten keine Kraft mehr, zu spät, geht er nicht auf. 

Im Allgäu z.B. findet auch das Bärbeltreiben statt. Hier wurden die Kinder früher am 04.12. beschenkt, das hat sich dann auf den Nikolaus verschoben, aber das Treiben ist beibehalten worden. Es sollten jugendliche Mädchen ab 16 Jahren sein, die sich als alte Frauen verkleiden und schweigend durch die Dörfer ziehen. Da und dort besuchen sie ein Haus, fegen mit ihren Besen symbolisch alles Schmutzige und Unanständige aus dem Haus (hier die Verbindung zur Barbara) und auch die Straßen. Kommt man ihnen zu nahe, bekommt man leichte (!) Hiebe mit den Ruten. Die sollen allerdings Glück bringen und Fruchtbarkeit verheißen. 

Weiterführende Literatur



♪♫Trans Siberian Orchestra "Anno Domine"♪♫

Disclaimer: die Blogposts des Adventkalenders erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, dann ist das in keinem Fall eine Beleidigung und ich bitte, mich darauf hinzuweisen. Ich versuche lediglich, Weihnachten und alles rundherum, so einfach wie möglich zu erklären. 

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