Dienstag, 23. Februar 2016

Bärchenwochenende im Best Styrian Kurhotel

Ich wollte ein Wochenende weg, nix tun, nicht nachdenken, weg sein. Irgendein nettes
Hotel, irgendwo im Grünen, vorzugsweise mit Bergen drum herum.
Das allein sein hab ich dann relativiert, indem ich Sabine mitgenommen habe. In die Steiermark, nach Neumarkt ins Landsitz Pichlschloss. Das hat so nett ausgesehen, war günstig, hatte keinen Einzelzimmerzuschlag (!), lag im Grünen, mit Bergen rund herum, also optimal. Dachten wir. Dann kamen wir an. Gerade als das "Hauskonzert" vorbei war und wir die Gäste sahen. Alle so um die 70+. Naja, vielleicht waren das auch nur die, die beim Konzert waren. Später, beim Abendessen, sollten wir merken: nein. Wir beide, Sabine und ich, haben den Altersdurchschnitt um gut 30 Jahre gedrückt. Das Bärchenwochenende im "Best Styrian Kurhotel" war geboren. Und es war großartig! 

Das Schloss ist nett, liegt auf einer kleinen Anhöhe, mit Wald und Wiesen drum herum, einer Waldkapelle (= Hubertushütterl), einer Luftkurhalle (= offene Scheune mit Liegen), einem Barfußweg (= Schottertrampelpfad) und einem Kneipp-Becken (= der Ort, an dem wir die meiste Zeit verbracht haben, weil wir das Wasser fotografiert haben). Das einzige Manko - also neben der Tatsache, dass es sich bei den Gästen um Elderlies handelt. Ausschließlich nämlich - also das einzige Manko waren die Bäder im Zimmer. Das hatte den Charme eines Wohnwagens. Ein Plastik-Kubus ins Zimmer gestellt, so klein, dagegen ist meine Kochnische riesig und ja, hat dem Zimmer leider total den Charme genommen. Bis heute wissen wir nicht, warum das so gelöst wurde, ich vermute aber Denkmalschutz...

Nach dem Abendessen - das mit einer Rede eingeläutet wurde, weil sie den ganzen Tag Forelle geräuchert haben und das war eine Rede wert - haben wir es uns draußen mit Alkohol gemütlich gemacht und geratscht. Und stundenlang darüber gelacht, dass wir in einem Alters-Urlaubsort gelandet sind. 

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück begaben wir uns wieder in den Garten zum Kaffee trinken und tratschen, während es sich die Chefin nicht nehmen ließ, uns darauf hinzuweisen, dass wir hier in einem Naturpark wären und dass es sehr viele schöne Wanderwege gäbe. Sie hat uns dann auch mit entsprechenden Karten versorgt. Und erklärt, wie man zu Steiermarks höchst gelegener Burgruine, die gleich in der Nähe sein soll, kommt. 
Nachdem wir ca. 4 Stunden damit verbracht haben, das Kneipp-Becken hinterm Hotel im Wald für uns zu vereinnahmen, indem wir ständig drin, dran und rundherum saßen, lagen, standen, um zu fotografieren, haben wir beschlossen, die Ruine Steinschloss zu suchen. Kann ja nicht so schwer sein. Sie hat uns ja erklärt, wie wir hin fahren müssen. Schnecken. Wir haben uns so verlaufen... Sabine hat's mit einer App versucht, ich mit der Karte, die Ruine haben wir gesehen, aber als schlussendlich der Weg zu Ende und nur noch Bäume vor uns waren, war auch uns klar, dass wir nicht am richtigen Pfad waren. 
Also retour ins Auto und nochmal. 
Am Weg eine Einheimische gefragt. Die uns gerne Auskunft gab, die wir aber nicht verstanden. Auch nach dreimal Nachfragen nicht. Was auch immer sie gesprochen hat, Deutsch war's nicht. 

Wir haben dennoch unser Glück versucht und die Ruine dann auch tatsächlich gefunden. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Nach vielen, vielen Fotos war uns klar, dass wir das Abendessen verpasst haben, hofften aber auf den Goodwill, dass wir doch noch eines bekommen würden und haben uns auf den Rückweg gemacht. Und wieder hoffnungslos verfahren. Dafür aber einen riesigen Vollmond hinterm Berg aufgehen sehen. Was uns natürlich sofort wieder veranlasst hat, stehen zu bleiben und Fotos zu schießen. 

Spät, sehr spät, sind wir endlich wieder im Hotel eingetrudelt und haben tatsächlich noch ein Abendessen bekommen, obwohl man uns quasi schon vermisst gemeldet hatte. So ist das nämlich in einem Alterssitz. Da kennt man die Gäste beim Namen und macht sich Sorgen um sie :-)

Nach einer ausgiebigen Tratscherei mit viel Wein und Bier, sind wir auch endlich ins Bett. Am nächsten Morgen gleich wieder zu unserem Kneipp-Becken, um noch mehr Wasser-Fotos zu schießen und beschlossen, bevor wir den Heimweg antreten, noch bei der Wehrkirche Mariahof vorbei zu schauen, damit ich wenigstens ein bisschen ein Sightseeing-Programm hatte. 

Alles in Allem ein sehr angenehmer, entspannter und lustiger Bärchenurlaub. Und, wenn wir dann mal 70plus sind, kommen wir bestimmt wieder! 


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