Montag, 24. April 2017

Salzburg - Sonntag

Nach einer etwas besseren Nacht als der ersten - für mich. Ich schlafe leider in der ersten Nacht in einem fremden Bett so gut wie nie - Richtung Frühstück gerollt. Diesmal sind wir brav vor 10:30 gegangen. Um 11:00 war Check-Out. Fertig gemacht, alles eingepackt, Köfferchen zur Rezeption gerollt, gezahlt, Köfferchen dort gelassen und wieder Richtung Stadt getrollt.



Der Plan war - diesmal hatten wir einen - die Festung Hohensalzburg zu besuchen. Ich war das letzte Mal vor 14 Jahren dort. Es schadet mir sicher nicht, nochmal rein zu gehen. Und Sabine kannte sie gar nicht. Ein bissl Kultur muss sein. Aber immer mit der Ruhe, wir haben keinen Stress, sondern Urlaub.
Vorher wandern wir noch ein bisschen durch den Altstadtkern, der tw noch sehr mittelalterlich anmutet. Das erkennt man daran, dass die Häuser eher hoch, denn breit sind (für Breite war kaum Platz, noch oben konnte man ausweichen) und die Gassen eher schmal und leicht kurvig/gebogen sind. Das war Absicht, dadurch konnte keine Armee ungehindert durch die Gassen stürmen.

Bei der Festungsbahn angekommen, überlegen wir kurz, ob wir die günstigeren (aber dennoch teuren) oder die teureren Karten nehmen. Beide Tickets gelten für Auf- und Abfahrt und Eintritt in die Festung. Allerdings sind bei den teureren die Fürstenzimmer dabei. Wenn man halt nicht genau weiß, worum es sich bei den Fürstenzimmer handelt und an so etwas wie die kaiserlichen Gemächer in Schönbrunn denkt (ich möchte jetzt nicht behaupten, dass eine von uns so gedacht hat), dann entschließt man sich eventuell zu den günstigeren Karten, weil... naja... eben deshalb.
Also in der Schlange angestellt - es ging eh recht flott - und beim Schalter "zwei Mal um 12,30" gesagt und ein ein trockenes "es ist aber schon nach eins" geerntet. Ich gebe zu, der hat gedauert bei mir. Dafür haben sich Sabine und der Typ hinterm Schalter köstlich darüber amüsiert.
Danach werden alle in die Kabinen gestopft. Und aufwärts geht's. Auf halbem Wege auf den Gegenverkehr warten und Zu- und Aussteigende aufnehmen, bzw. ausspucken. Dann geht's weiter rauf. Das dauert im Ganzen eine knappe Minute.
Oben angekommen einmal kurz orientiert und dann in der nächsten Schlange zur "Audioguide Tour" angestellt. Das ist im Ticket inkludiert. Die nächste Tour startet in 5 Minuten. Lange 5 Minuten. Dazwischen nochmal kurz geschaut, ob es nicht irgendwo anders weiter geht, aber nein, das war der Punkt. Endlich ist jemand da, der Audioguides austeilt und die Leute in einen Gang scheucht. 

Und dann geht's rasch durch Zimmer und Gänge und Zimmer und noch mehr Gänge und man bekommt per Audioguide was von der Geschichte der Festung erzählt (so man rechtzeitig den richtigen Knopf drückt) und dann geht's auf den Turm, darf die Aussicht genießen, ein paar Fotos schießen, bevor es wieder runter geht und beim Salzburger Stier endet - der übrigens nix mit dem Energy Drink zu tun hat, wie Sabine vermutet, sondern eine Orgel aus dem 15 Jhdt. ist. Dort gibt man den Guide wieder ab und wird hinaus gescheucht.
Ich hab mir ja bei einer Audioguide Tour vorgestellt, dass man im eigenen Tempo durchgehen kann, aber dem ist leider nicht so. Die Tour ist ok, aber nicht notwendig. Da sie aber im Ticket inkludiert war...

Wir gehen in die Sonne. Dann in den Shop. Langweilig. Wir schlendern weiter durch die Festung und landen im Marionetten-Museum, das irgendwie sehr gruselig ist. Sabine amüsiert sich köstlich.
Weiter und wir landen am Schalter vor den Fürstenzimmern. Wir stellen uns die Frage "hinein oder nicht hinein" während wir dem Ticketeur die Frage stellen, ob man drin fotografieren darf. Man darf. Also beschließen wir, das Ticket (das ja nicht in unserem Ticket enthalten war) zu kaufen. Zuerst bekommt man im Magischen Theater, in einer mechanisch-multimedialen Show wieder etwas von der Geschichte der Festung erzählt. Dazu nimmt man den Kopfhörer, der magnetisch an einer Säule hängt und wählt die gewünschte Sprache. Vor einem ist eine Kombination aus mechanischen Figuren, Leinwand und Effekten. Es ist wirklich süß gemacht und informativ. 

Dann gehen wir in das erste Zimmer und... wow. Sabine und ich ziehen überrascht die Luft ein und schon hocken wir in den Ecken des Zimmers und fotografieren drauf los. Da gibt es Kassettendecken in Lapislazuli-Blau mit goldenen "Sternen", Trambalken mit einer Spannweite von 20m, Holzschnitzwerke, einen Email-Kachelofen und Medienstationen mit Touchscreen, von denen ich mir die Hintergrundinfos geben lasse, mit denen ich Sabine später versorge, die unaufhörlich fotografiert. Dort sollten wir die meiste Zeit verbringen. Weil es sich einfach auszahlt. Auch, wenn ich zweimal den Alarm auslöse, weil mein Rucksack drüber hängt oder mein Arm zu weit ausgestreckt ist. Was soll's. Der Alarm geht dort öfter los. U.a. auch wegen unerzogenen Fratzen, die vor den Augen ihrer Eltern, einfach über die Alarmgrenze steigen. (Falls ihr fragen wolltet: ja, genau. Die Eltern haben nix gemacht oder gesagt. Offenbar gibt man die Erziehung in dem Fall am Ticketschalter ab). Bäääm, das gibt wieder Ärger mit sämtlichen Eltern...

Übrigens: wer demnächst mal auf die Festung will: nehmt das teure Ticket. Die Fürstenzimmer zahlen sich aus!

Wir wandern weiter durch ein paar Räume mit heeresgeschichtlichen Ausstellungen, vorbei an ein paar romanischen Überbleibseln und empfinden ein zartes Hüngerchen bzw. ziemlichen Durst. Ein Platz an der Sonne im Terrassencafe ist unser, sowie ein Bier und Spaghetti für Sabine, ein Radler und ein Brezel für mich. Laut Kellner ist erst in ein bis zwei Monaten wirklich so viel los, dass sich jeder auf die Füße steigt.

Wir beschließen, alles gesehen zu haben und machen uns an die Abfahrt. Unten angekommen, fallen wir noch in einen Shop der Konditorei Fürst ein, um für uns - und natürlich für andere als Mitbringsel - ein paar Original Salzburger Mozartkugeln (die blau-weißen), zu kaufen. Zurück ins Hotel, frisch machen, Köfferchen holen und doch nicht fragen, ab wie vielen Nächtigungen im Bad gewischt wird, weil mit uns noch ein Paar kommt, das sich ein paar Bier zapfen lässt. Da wollen wir uns auf keine Diskussion einlassen. Fließt das eben in meine Bewertung ein. Pech.

Also rollen wir Richtung Bahnhof - diesmal mit meinem Navi - und sind rechtzeitig genug da, damit ich noch in den bumvollen Spar hupfen kann. An einem Sonntag. Bummvoll. Aber wir brauchen ja keine Sonntags-Öffnungen. Während wir das noch diskutieren, steigen wir ein und dürfen die folgenden zweieinhalb Stunden an den Leben sämtlicher Mitreisender teilhaben. So ist die Dame rechts hinter uns Single und hofft auf Mann, Kind und Hund, "was halt so dazu gehört" (Oida!), das Mädel hinter uns beschwert sich bei ihrem Gesprächspartner (wir nehmen aufgrund des Inhalts einfach an, es handelt sich um einen Mann - wie sexistisch von uns), dass dieser nie was macht und alles sie machen muss. So muss sie noch heut Abend ein Rezept für Clemens schreiben, weil er (der Gesprächspartner), zwar dran denkt aber nie was macht. Alles muss sie machen. Und die zwei Mädels schräg vor uns okkupieren einen Vierersitz, weil sie zu schwach sind ihre Taschen woanders hin als auf einen Sitz zu legen (sag ich jetzt mal - wie sexistisch von mir) und um ihre Füße ebenfalls auf den Sitzen zu entlasten. Keiner der Zusteigenden traut sich, was zu sagen. Ich hätte, wäre nicht Sabine am Gangplatz gewesen und hätte darauf geachtet, dass es mir nicht möglich ist, meinen Fensterplatz zu verlassen. Sie kennt mich halt.

So überstehen wir - und die Mitfahrerinnen - doch noch die Zugfahrt und sind endlich in Wien. Auto holen, Sabine abladen, befinden, dass es ein feines Wochenende war und eventuell wiederholt wird. Vielleicht irgendwo... anders. Mal sehen wohin Sabines nächste Konferenz sie führt...




Salzburg - Teil1

Fotoalbum folgt!

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